
Sie sind zu Ende, die Windspiele von Pyeongchang. Eine Woche lange gastierte die internationale Biathlon-Elite in Südkorea und bestritt ihre Weltmeisterschaft des Jahres 2009. Vielen wird diese WM wohl in besonderer Erinnerung bleiben, bei manchen aber wohl eher in negativer.
So war gerade der Wind eines der Themen dieser WM, wehte er doch so manches Projektil wohl über den Pazifik anstatt in Richtung Zielscheiben. Von gleichen Bedingungen am Schiessstand war daher sehr oft nichts zu sehen und so wurden Schiessfehler am laufenden Band produziert. Immerhin fielen damit die sowieso schon schlechteren Schützen nicht mehr so sehr auf. Es ist schon bezeichnend, dass der größte Windpark Südkoreas ganz in der Nähe steht.
Ein anderes Thema war der Mangel an Zuschauern im südkoreanischen Austragungsort. Biathlon ist schon lange kein Nischensport mehr und lockt gerade in den Hochburgen wie Oberhof und Ruhpolding, oft weit mehr als 10000 Zuschauer ins Stadion. Dadurch ist immer eine super Stimmung und jeder Treffer wird laut bejubelt und jeder Fehlschuss mit einem Stöhnen quitiert. Das sollte man bei einer WM doch eigentlich auch erwarten können, oder?. Aber Pustekuchen. Im Stadion herrschte oft eine ähnlich gähnende Leere wie an der Wursttheke eines Veganerkongresses und auch die von den Veranstaltern engagierten „Stimmungsmacher“ luden eher zum Mitleid als zu ausgelassenen Jubelarien ein. Ich meine sicherlich ist Südkorea nicht unbedingt für jedermann zu erreichen, aber warum zum Teufel gibt man dann die WM eines von Jahr zu Jahr populärer werdenden Sportes an eben jenes Land?
Auch sportlich gesehen hatte diese WM Licht und (noch mehr) Schatten für die deutschen Teilnehmer parat. Für mich mehr als enttäuschend schnitten diesmal unsere Männer ab. Mit nur einer einzigen Einzelmedaille blieb man weit hinter den Erwartungen zurück. Immerhin schön, dass diese Medaille in Form eines zweiten Platzes beim 20km Einzelrennen der Herren an Jungspund Christoph Stephan ging.
Die restlichen beiden Medaillen waren jeweils Bronzemedaillen bei der Mixed Staffel und der Staffel der Herren. Während Michael Rösch noch einige gute Ergebnisse ablieferte und auch Arndt Peiffer in beiden Staffeln stark lief, waren die beiden Routiniers Alexander Wolf und Michael Greis fast schon Totalausfälle. Beide scheinen in dieser Saison ihrer Form hinterherzuhängen und enttäuschten immer wieder mit teils katastrophal schlechten Ergebnissen (so gab Greis im Massenstart nach dem dritten Schiessen sogar auf).
Überragender Athlet bei den Herren war mal wieder Ole Einar Bjoerndalen. Mit 3 Goldmedaillen in den Einzeldizplinen und der Goldmedaille mit der norwegischen Herrenstaffel, führte der 35jährige Altmeister mal wieder seine Konkurrenten vor.
Bei den Frauen war hingegen unsere deutsche Läuferin Kati Wilhelm die erfolgreichste Athletin der WM. Sie gewann sowohl den Sprint als auch das 15km Einzel und konnte zusätzlich in der Verfolgung die Silbermedaille gewinnen. Die zweite Silbermedaille konnte sie als Schlussläuferin der deutschen Damenstaffel mit nach Hause nehmen. Neben Wilhelm konnte auch Simone Hauswald eine Medaille bei ihrer halben Heim-WM gewinnen: Sie wurde Zweite im Sprintrennen. Eher enttäuschend waren dann wiederrum die Auftritte der anderen deutschen Damen. Andrea Henkel, Martina Beck und Magdalena Neuner gingen im Einzel allesamt leer aus und können diesmal nur eine Silbermedaille aus der Staffel mitnehmen. Und auch diese ist eigentlich schon fast etwas enttäuschend, war das deutsche Quartett doch als großer Favorit ins Rennen gestartet.
Alles in allem war diese WM aus deutscher Sicht eine der schlechtesten der letzten Jahre und auch die äußeren Umstände trugen wohl ihren Teil dazu bei, dass einige Athleten sehr froh waren endlich abreisen zu dürfen.
Auch wenn die Veranstalter sich bemüht haben, war Pyeongchang zu keiner Zeit WM-würdig und es bleibt nur zu hoffen, dass die olympischen Winterspiele 2018 an München gehen. Um diese bewirbt sich nämlich auch Pyeongchang…



